
Produktivstart: DIGG und DUBA beim SKBS
Pressemitteilung
Städtisches Klinikum Braunschweig und Vertama digitalisieren Behördenkommunikation: Geburtsanzeigen und Gerichtsanträge direkt aus dem KIS
skbs startet Vertama-Dienste zur vollständig digitalen Abwicklung gerichtlicher Antragsverfahren über das besondere elektronische Behördenpostfach (beBPo) und Geburtsanzeigen direkt ins Fachverfahren des Standesamtes.
BRAUNSCHWEIG / BERLIN, den 19.10.2026 – Das Städtische Klinikum Braunschweig geht einen weiteren Schritt bei der Digitalisierung administrativer Prozesse: Mit der Digitalen Geburtsanzeige (DIGG) und der Digitalen Unterbringungsanweisung (DUBA) werden zwei bislang aufwendige Kommunikationsprozesse zwischen Krankenhaus und Behörden durchgängig digitalisiert. Beide Dienste werden direkt an das im Klinikum eingesetzte Krankenhausinformationssystem i.s.h.med angebunden.
Damit können künftig sowohl Geburtsanzeigen an das zuständige Standesamt als auch Anträge im Zusammenhang mit Unterbringungen und freiheitsentziehenden Maßnahmen digital aus den klinischen Prozessen heraus erstellt und übermittelt werden. Bereits im KIS vorhandene Daten werden übernommen und für die jeweilige Meldung beziehungsweise Antragstellung genutzt.
Zwei unterschiedliche Behördenwelten – ein Prinzip
Die beiden Prozesse unterscheiden sich fachlich und technisch erheblich. Bei der Digitalen Geburtsanzeige müssen Daten aus dem Krankenhaus sicher und strukturiert an das Standesamt übertragen werden. Bei DUBA erfolgt die Kommunikation mit den zuständigen Gerichten über die Infrastruktur des Besonderen elektronischen Behördenpostfachs (beBPo).
Gemeinsam ist beiden Anwendungen das Prinzip der End-to-End-Digitalisierung: Diese beginnt nicht erst beim Versand eines elektronischen Dokuments. Der gesamte Prozess wird aus dem Krankenhausinformationssystem heraus angestoßen und in den bestehenden Arbeitsablauf integriert.
Für die Mitarbeitenden bedeutet das: weniger manuelle Datenerfassung, weniger Systemwechsel und weniger Medienbrüche.
Vom KIS direkt zum Standesamt und Gericht
Mit DIGG wird ein Verwaltungsprozess digitalisiert, der über Jahrzehnte von Papier und manueller Bearbeitung geprägt war. Geburtsanzeigen können auf Basis der bereits im KIS vorhandenen Daten erstellt und digital an das zuständige Standesamt übermittelt werden.
Mit DUBA digitalisiert das Klinikum zugleich einen weiteren rechtlich sensiblen Prozess. Anträge auf richterliche Genehmigung von Unterbringungen und freiheitsentziehenden Maßnahmen können aus dem Krankenhausinformationssystem heraus erstellt und über das beBPo elektronisch an das zuständige Gericht übermittelt werden.
Patientendaten müssen dabei nicht erneut in separate Anwendungen übertragen werden. Auch die Kommunikation in Gegenrichtung wird in den digitalen Prozess einbezogen: Eingehende Dokumente und Beschlüsse können dem jeweiligen klinischen Vorgang wieder zugeordnet werden.
Ein Krankenhaus, unterschiedliche Meldepflichten, eine Integrationsstrategie
Für Vertama ist die parallele Einführung beider Dienste in Braunschweig ein wichtiger Schritt bei der Weiterentwicklung des Ansatzes Meldeprozesse as a Service.
„Krankenhäuser kommunizieren täglich mit ganz unterschiedlichen staatlichen Stellen. Das Problem ist, dass sich hinter jedem dieser Prozesse andere fachliche Vorgaben, technische Infrastrukturen und Kommunikationswege verbergen“, erklärt Andre Sturm, CEO der Vertama GmbH. „In Braunschweig zeigen wir, dass diese Komplexität nicht beim Anwender landen muss. Ob eine Meldung zum Standesamt oder ein Antrag zum Gericht geht: Für die Mitarbeitenden sollte der Prozess dort beginnen, wo die Daten bereits vorhanden sind – im KIS.“
Die Implementierung in Braunschweig unterstreicht zugleich den Any-KIS-Ansatz von Vertama. Ziel ist es, gesetzliche Melde- und Kommunikationsprozesse unabhängig von der jeweiligen KIS-Landschaft in bestehende klinische Workflows zu integrieren.
Weniger Parallelprozesse im Krankenhaus
Für Krankenhäuser liegt der Nutzen dabei nicht allein im Ersatz von Papier oder Fax durch einen digitalen Übertragungsweg. Entscheidend ist die Integration in die bestehende IT-Infrastruktur. Daten, die im klinischen Prozess bereits vorhanden sind, sollen nicht erneut erfasst werden müssen. Gleichzeitig sollen Mitarbeitende für gesetzliche Meldungen und Anträge möglichst keine zusätzlichen Systeme bedienen müssen.
Mit dem Produktivstart von DIGG und DUBA schafft das Städtische Klinikum Braunschweig damit die Grundlage für zwei durchgängige digitale Kommunikationsprozesse zwischen Klinik und öffentlicher Verwaltung.